Schulprogramm
I. Präambel – "Zukunft braucht
Herkunft"
- Wir, die Schüler-, Eltern- und Lehrerschaft des
Sophie-Scholl-Gymnasiums definieren unsere Aufgaben im Rahmen der gesetzlich
bestimmten Erziehungs- und Bildungsziele. Im Mittelpunkt unseres Tuns steht
die Frage nach den vielfältigen Anforderungen, denen sich Schüler auf ihrem
Lebensweg stellen müssen. Der schulische Alltag konkretisiert grundsätzliche
Übereinkünfte über heutiges und zukünftiges gesellschaftliches Leben täglich
neu. Lebensweg und Lebensentscheidungen von Sophie Scholl gelten uns als
Beispiel für Selbstständigkeit des Urteils, Standfestigkeit und Verantwortung
für das Ganze.
- Am Sophie-Scholl-Gymnasium wollen wir uns besonders mit
der historisch gewordenen Wirklichkeit auseinandersetzen. Die Schule übernimmt
wichtige Funktionen für die lebendige, authentische Vermittlung kultureller
Erfahrungen und sozialer Realitäten. Unterricht bietet die Gelegenheit, durch
Konzentration auf Inhalte und im persönlichen Umgang mit anderen Sinnvolles zu
erfahren und die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln. Die Freude am Lernen soll
geweckt und erhalten werden.
- Schulisches Lernen zielt auf den Erwerb verschiedener,
sich ergänzender und die Persönlichkeitsentwicklung fördernder Fähigkeiten.
Grundlegend für unsere Arbeit ist ein Verständnis vertiefter Allgemeinbildung,
an dessen Ausgangspunkt das fachliche Lernen steht. Fach- und Sachkompetenzen
spielen für Lehrer und Schüler eine besondere Rolle. Zugleich muss daraus aber
auch der bewusste Gebrauch von Methoden erwachsen, und es gilt, gewonnene
Einsichten unter dem Gesichtspunkt der sozialen Bedeutsamkeit von Wissen zu
verknüpfen.
II. Beschreibung der
Schule
- Unsere Schule wurde am 11. August 1969 als drittes
Gymnasium in Itzehoe gegründet. Sie führt ihren heutigen Namen seit dem 6.
November 1995. Die Trägerschaft liegt beim Kreis Steinburg. Ungefähr die
Hälfte der 800 Schüler kommt aus dem Umland der Stadt Itzehoe. An der Schule
unterrichten etwa sechzig Lehrkräfte, davon ein Drittel Lehrerinnen.
Regelmäßig werden Referendare ausgebildet. Das Gymnasium ist in der Unter- und
Mittelstufe vier- bis fünfzügig und weist in der Oberstufe ein breit
angelegtes Fächerangebot auf. Seit Beginn des Schuljahres 2001/2002 bieten wir
im Rahmen eines Modellversuchs in einer Klasse die Möglichkeit, das Abitur
bereits nach acht Jahren zu erreichen.
- Das Sophie-Scholl-Gymnasium und die Realschule am
Lehmwohld nutzen gemeinsam einen großzügigen Gebäudekomplex aus den
Siebzigerjahren; angegliedert sind eine Großsporthalle und eine
Außensportanlage. Das Gebäude bietet uns die Möglichkeit, für jede Klasse
einen eigenen hellen Raum einzurichten, der von den Schülern individuell
gestaltet werden kann. Für den Fachunterricht stehen speziell
ausgestattete
Räume zur Verfügung. Da jeweils Hörsaal, Experimentierraum und Gruppenraum
vorhanden sind, können in den Naturwissenschaften verschiedene
Unterrichtsformen eingesetzt werden. Die musischen Fächer befinden sich in
einem eigenen Trakt im Sockelgeschoß. Musiksaal, Kunst- und Werkräume und
Fotolabor erlauben über die theoretische Auseinandersetzung hinaus viele
Formen kreativer Praxis. Lichtbildraum und Videothek bieten für alle Fächer
moderne Präsentationstechnik. Unsere Schülerbücherei sowie die für alle
Oberstufenschüler zugängliche Lehrerbibliothek mit Computerarbeitsplätzen und
Internetanschluss fördern die Selbstständigkeit des Arbeitens. Das
Pädagogische Zentrum, die große Aula der Schule, ist Mittelpunkt für Theater-
und Tanzdarbietungen, Konzerte, Musicals und wiederkehrende festliche
Ereignisse, welche die Identifikation mit der Schule festigen.
Im Laufe der Jahre wurde das Gebäude den gewandelten
Bedürfnissen angepasst. Aus Elterninitiative heraus entstand die Überdachung des
Fahrradabstellplatzes. Seit 1995 entwickelte sich die
Cafeteria zu einem
beliebten Ort der Begegnung. Fahrschülern bietet sie täglich warmes Mittagessen.
Da ein Fahrstuhl und zwei speziell eingerichtete Klassenräume zur Verfügung
stehen, können heute geh- und hörbehinderte Kinder aufgenommen werden. Den
Umgang mit den neuen Medien erlernen und üben unsere Schüler an über zwanzig
stationären Rechnern in zwei Computerräumen und an Notebooks.
Für die nächste Entwicklung ist es unser Anliegen, durch
geeignete Maßnahmen die Aufenthalts- und Rückzugsmöglichkeiten für Schüler und
für Schülergruppen zu verbessern. Darüber hinaus wollen wir für Musik und Kunst
die Fachräume geeignet ergänzen.
III.
Leitbilder und Entwicklungsschwerpunkte
Die Grundsätze unserer schulischen Arbeit lassen sich nach
drei Gesichtspunkten aufschlüsseln:
Bildung umschreibt die Fähigkeit, Sachverhalte
angemessen zu erfassen und das Wissen in neuen Lern- und Handlungszusammenhängen
anzuwenden. Bildung schließt ein Nachdenken über Ziele, Zwecke und Aufgaben der
Fächer ein.
Erziehung richtet sich auf den gelungenen Umgang der
Menschen miteinander. Sie orientiert sich an der Idee sozialer Verantwortung in
und zwischen den Kulturen.
Dienstleistung charakterisiert ein modernes
Selbstverständnis von Schule in einer arbeitsteilig und rational organisierten
Gesellschaft. Kommunikations-, Entscheidungs- und Handlungsstrukturen müssen
sich danach bemessen lassen.
A.
Bildung
- Bildung, die wir als Voraussetzung für die Entfaltung
eines historischen Bewusstseins verstehen, ermöglicht Einsicht in
Zusammenhänge. Bildung leistet nach unserer Überzeugung wesentliche Beiträge,
um den massenmedial initiierten und sich verbreitenden Verlust sprachlicher
Normen entgegenzuwirken. Bildung lehrt zu lernen.
- Durch ein prozesshaftes Verständnis von Bildung und
Lernen wollen wir uns gegen Phänomene von Wissensanhäufung und
Wirklichkeitsfremdheit absichern. Dieses Einvernehmen muss in pädagogischen
Konferenzen immer wieder hergestellt werden. Es rückt sowohl fachspezifische
als auch fächerübergreifende Fragestellungen und Methoden in den Vordergrund
der Ausbildung. Folgende Leitvorstellungen werden von uns programmatisch
formuliert:
- Niemand kann alles wissen. Erwerb von Wissen wird als
Erwerb von Orientierungswissen verstanden. Es hat den Vorrang gegenüber
Spezialwissen.
- Jedes Fach vermittelt einen kritischen Umgang mit
Medien.
- Der Erwerb sozialer Kompetenzen steht gleichrangig
neben fachspezifischen Anforderungen.
- Der Unterricht schafft Lernarrangements, die das
Fachspezifische mit Blick auf das Fachübergreifende betonen. Sie ermöglichen
ein selbst verantwortetes Lernen und fördern Selbstständigkeit und
Kooperationsfähigkeit.
- An diesen Leitvorstellungen orientieren wir uns während
der gesamten Schulzeit der Jugendlichen. Gymnasiales Lernen beinhaltet nicht
nur den Erwerb vielfältigen Wissens und Könnens, sondern fördert auch den
sprachlich sachgerechten und situativ angemessenen Ausdruck im Mündlichen und
Schriftlichen. Insofern kommt dem Fach Deutsch eine besondere Geltung
zu.
Wir legen Wert auf die Selbstverantwortlichkeit des
Lernens. Nur so können schrittweise eine breite Allgemeinbildung und die
Studierfähigkeit im Sinne der allgemeinen Hochschulreife erreicht werden.
Deswegen orientiert sich die Ausbildung in ihrer fachspezifischen
Differenzierung an den traditionellen Bereichen wissenschaftlicher Systematik:
Geisteswissenschaften und Naturwissenschaften.
In der gymnasialen Oberstufe werden Vorkenntnisse in der
Anwendung wissenschaftlicher Methoden gelehrt. Die Abiturprüfung dokumentiert
die erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten. Wir legen Wert auf die Orientierung
an aktuellen und europäischen Standards. Wir betonen die Selbstständigkeit und
Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu erfassen.
- Um diese Zielsetzungen soweit wie möglich zu
konkretisieren, haben wir auf unserem Weg zum Schulprogramm durch Fragebögen
an Lehrer, Eltern und Schüler eine umfassende Bestandserhebung vorgenommen.
Aus den Ergebnissen lassen sich für die Gegenwart folgende Schwerpunkte am
Sophie-Scholl-Gymnasium entwickeln:
1. Fremdsprachen:
Im Zeitalter des Zusammenwachsens europäischer Länder und
der Globalisierung kommt der Offenheit und dem Verständnis für verschiedene
Kulturen sowie der Notwendigkeit einer internationalen Verständigung vermehrte
Bedeutung zu. An unserer Schule will der Unterricht in den Sprachen hierzu einen
Beitrag leisten.
In den alten Sprachen (Angebot von Latein als zweite und
dritte Fremdsprache, Griechisch als Arbeitsgemeinschaft) stehen die Schulung des
strukturierenden Denkens und die Vermittlung des Erbes der abendländischen
Kultur im Vordergrund.
Als moderne Fremdsprachen werden angeboten: Englisch
(verbindlich), Französisch (als zweite und dritte Fremdsprache) sowie
Italienisch und Russisch (als Arbeitsgemeinschaften). Das Erlernen dieser
Sprachen dient der Kommunikationsfähigkeit der Schüler und der Vermittlung
landeskundlicher Kenntnisse. Neben einem durch handlungsorientierte Elemente
ergänzten Fremdsprachenunterricht bietet das Sophie-Scholl-Gymnasium
Schüleraustausche mit England (Klasse 8/9 und 12), mit
Frankreich (Klasse 8/9),
mit Polen (Klasse 12) sowie kurze Arbeitspraktika in England (Klasse 12). Wir
sind offen für eine Erweiterung unseres Sprachenangebots und wollen uns zunächst
im Bereich von Arbeitsgemeinschaften um ein Angebot in Spanisch bemühen.
2. Mathematik:
Alle Bereiche unseres Lebens – insbesondere des Berufslebens
– werden von der Mathematik durchdrungen. Deshalb wollen wir mit dem
Mathematikunterricht die Schüler befähigen, die Umwelt unter mathematischen
Gesichtspunkten und mit Hilfe mathematischer Methoden zu analysieren und zu
verstehen. Anschauungsvermögen, logisches Denken, Kommunikationsfähigkeit und
Kritikfähigkeit sind Kompetenzen, die im Mathematikunterricht von allgemeinen
Erziehungszielen wie Sorgfalt, Genauigkeit, Gewissenhaftigkeit, Klarheit und
Ordnung ergänzt werden.
3. Neue Medien:
Eine besondere, zukünftig steigende Bedeutung in der
Berufswelt hat der Umgang mit den so genannten Neuen Medien. Ihre Komplexität
bildet eine fächerübergreifende Herausforderung. Unsere Schule will einen
Beitrag zum sinnvollen Umgang mit diesen Medien leisten.
4. Fächer mit besonderen Bildungsfunktionen:
Bildung verlangt den lebendigen Umgang mit den Schöpfungen
der Kultur. Diese Begegnung soll den ganzen Menschen ergreifen und kreativ
werden lassen. Die sinnlichen Erfahrungsmöglichkeiten sind ebenso gefragt wie
die theoretische Auseinandersetzung und Selbstreflexion. Religion, Philosophie,
Kunst und Musik leisten dazu ihren besonderen Beitrag. Sie wirken einer bloßen
Zweckorientierung in unserem Leben entgegen. Wir wollen diese Fächer durch ein
breites Basisangebot im Bewusstsein der Schüler verankern. Neben den vorhandenen
musikalischen Arbeitsgemeinschaften möchten wir zukünftig weitere
Wahlmöglichkeiten und Unterrichtsangebote eröffnen.
5. Individuelle Förderung:
Am Sophie-Scholl-Gymnasium wird die individuelle Förderung
von Schülern groß geschrieben. Durch Beratungsangebote in der Orientierungsstufe
helfen wir beim Finden derjenigen Schulart, die den Begabungen und Neigungen der
Kinder entspricht. Zum Ausgleich vorübergehender Leistungsrückstände bieten wir
Stützkurse an in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik. In der
Mittel- und Oberstufe vermittelt die Schülervertretung Nachhilfeunterricht von
Schülern für Schüler. Seit dem Schuljahr 2001/2002 nimmt das
Sophie-Scholl-Gymnasium als eines der ersten Gymnasien des Landes an der
Erprobung des achtjährigen gymnasialen Bildungsganges in Schleswig-Holstein
teil. Unser Angebot richtet sich an schneller lernende Kinder.
- Die Förderung und Übung der Selbstständigkeit als
Leitziel schulischen Handelns macht unterschiedliche Wege erforderlich. Neben
bewährten pädagogischen Methoden üben wir in Unterrichtseinheiten
fächerübergreifendes und projektorientiertes Lernen ein.
Projektwochen mit
übergeordneten Themen werden in regelmäßigen Abständen für alle Schüler
durchgeführt. Im 13. Jahrgang gibt es gemäß Oberstufenverordnung das Fach
Projektunterricht.
- Lernen bezieht sich nicht nur auf Inhalte, die vom
Lehrplan vorgeschrieben sind. Wir bieten am Sophie-Scholl-Gymnasium deshalb
eine Reihe unterrichtsergänzender Aktivitäten an, welche stetig
weiterentwickelt werden. Im Bereich der Arbeitsgemeinschaften bestehen
gegenwärtig die folgenden Angebote:
- Unterstufenchor, Flöten, Orchester, Big Band,
Gospel-Soul-Pop-Chor,
- Internet, Ma-Thema, Energie-Management,
- Film und Video,
- Italienisch, Griechisch, Russisch,
- Fußball, Volleyball, Basketball, Handball, Turnen.
Das Fahrtenprogramm unserer Schule sieht folgende
Unternehmungen vor:
- Norddeutschland (Orientierungsstufe),
- Schüleraustausch mit England und Frankreich (8.
Schuljahr),
- Klassenfahrten mit dem Schwerpunkt Skifahren (10.
Schuljahr),
- Studienreisen innerhalb Europas, Schüleraustausch mit
Polen und Schüleraustausch mit England in Verbindung mit ‚work-experience’ (12.
Schuljahr).
B. Erziehung
- Die Lehrkräfte am Sophie-Scholl-Gymnasium verfolgen das
Ziel, die Entwicklung der jungen Menschen zu eigenverantwortlich handelnden
und kritisch reflektierenden Individuen zu fördern. Dabei sollen die
Heranwachsenden in der Gemeinschaft Verantwortung gegenüber ihren Mitmenschen
üben. Das Vertreten eines eigenen Standpunkts, das Hinterfragen der eigenen
Meinung sowie der Respekt vor anderen Standpunkten sind wesentliche Ziele
unserer erzieherischen Arbeit. Das ökologisch bewusste Leben in und mit der
Umwelt soll von allen Seiten nicht nur während des Fachunterrichts ständig in
Erinnerung gerufen werden.
Wir streben an, dass Schüler, Eltern und Lehrer bei der
Lösung von Konflikten und bei unterschiedlichen Interessen konstruktiv
zusammenarbeiten. Bei aktuellen Streitigkeiten wollen wir lernen, Konflikte auch
weiterhin gewaltfrei auszutragen. Die Schule ermutigt die Schüler, Verantwortung
für sich und für die Gemeinschaft zu übernehmen. Sie fördert die Teilhabe an
Entscheidungsprozessen.
- Die doppelte Herausforderung an die Lehrkräfte als
Vermittler von Bildungsinhalten, aber auch als Pädagogen wird besonders
erkennbar in der Funktion des Klassenleiters bzw. Tutors im 12. und 13.
Jahrgang. Diese Aufgabe soll der Lehrer gegenüber seiner Klasse bzw. seinen
Tutandi einfühlsam wahrnehmen. Er muss Anlaufstelle und Vermittlungsinstanz
für die jungen Menschen in organisatorischen wie allgemeinen schulischen
Belangen sein. Er kann darüber hinaus aber auch in privaten Angelegenheiten
ins Vertrauen gezogen werden. Klassenleiter und Tutor leisten in Konflikten
als lenkende Kraft Beistand, um die jungen Menschen auf der Suche nach eigenen
Entscheidungen zu unterstützen.
- Als Ansprechpartner gibt es am Sophie-Scholl-Gymnasium
mindestens einen von der Schülerschaft gewählten Verbindungslehrer, der sich
in besonderer Weise für die Belange der Jugendlichen einsetzt. Er kann zur
Unterstützung bei Auseinandersetzungen unter den Schülern herangezogen werden,
vermittelt aber auch in Konflikten zwischen einzelnen Schülern und Lehrern.
Darüber hinaus ist der Verbindungslehrer in besonderer Weise in die Arbeit der
Schülervertretung (SV) eingebunden und steht auf Anfrage beratend bzw. helfend
zur Seite.
- Die Schülervertretung (SV) unserer Schule blickt auf eine
lange Tradition zurück; sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Schulleben
aktiv und lebendig mitzugestalten.
C.
Dienstleistung
Der Status der Schule als einer nichtrechtsfähigen Anstalt
des öffentlichen Rechts ist gesetzlich vorgegeben. Im Mittelpunkt ihres
Auftrages aber steht das Recht des jungen Menschen auf eine seiner Begabung,
seinen Fähigkeiten und seinen Neigungen entsprechende Erziehung und Ausbildung.
Das sich daraus herleitende Selbstverständnis als eine
Dienstleistungseinrichtung in unserer Gesellschaft ist ein wichtiger Maßstab des
Handelns am Sophie-Scholl-Gymnasium.
- Deshalb wollen wir unsere Schüler zur Artikulation ihrer
Interessen ermuntern und ihnen auch in Konfliktfällen jederzeit gebührend
Gehör verschaffen.
- Wir erachten Förderangebote für leistungsschwache und
leistungsstarke Schüler als gleichermaßen wichtig und wollen sie
erweitern.
- Es ist uns ein Anliegen, Schülern, die unsere Schule
vorzeitig verlassen, ihren Begabungen und Neigungen entsprechende Bildungswege
aufzuzeigen. Wir leisten Hilfestellung, damit die Chance zur Neuorientierung
positiv für den Lebensweg des Kindes bzw. Jugendlichen genutzt wird. Allen
unseren Schülern wollen wir Wege weisen zur Findung des für sie geeigneten
beruflichen Weges. Zusätzlich streben wir ein Angebot qualifizierter Beratung
in sozialen und persönlichen Belangen an.
- Die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Eltern,
Schülern und Lehrern hat am Sophie-Scholl-Gymnasium seit Beginn seines
Bestehens Tradition. Das Gelingen der Kooperation manifestiert sich ebenso in
dem 1987 auf Elterninitiative gegründeten Förderverein, der die pädagogische
Arbeit vielfältig und engagiert unterstützt, wie in lebhafter Partizipation
der Eltern und Schüler an den Entscheidungsprozessen der
Schulkonferenz.
- Der Dienstleistungsgedanke gebietet die Bereitschaft zur
Transparenz von Entscheidungen und verlangt von den an unserer Schule
Handelnden auch Offenheit für Innovationen auf den Gebieten von
Organisationsstrukturen sowie von Lehr- und Lernformen. Die kooperative
Arbeitsatmosphäre im Kollegium wollen wir weiter entfalten und den fachlichen
Austausch untereinander fördern. Nach außen hin streben wir Formen zeitgemäßer
Öffentlichkeitsarbeit an. Diese wollen wir auf eine breite Basis
stellen.
IV. Hinweise zur
Evaluation
Obwohl die Entwicklung jeder Schule von vielen äußeren
Bedingungen entscheidend abhängt und durch sie eingeschränkt wird, bildet unser
Schulprogramm ein zentrales Element zur Zielbestimmung. Damit es diese Funktion
erfüllen kann, muss die Umsetzung der formulierten Absichten und Maßnahmen
kontinuierlich überprüft werden. Durch die Bewertung der Bildungsangebote,
Arbeitsabläufe und Organisationsformen lassen sich Aussagen zur Wirksamkeit der
Leitbilder und Erziehungsschwerpunkte ableiten. Evaluation dient dazu, die
festgelegten Entwicklungsvorhaben zu beobachten sowie real bewirkte
Veränderungen zu registrieren. Damit leistet Evaluation einen Beitrag zur
Qualitätsentwicklung. In einer Atmosphäre gegenseitigen Vertrauens können
Schwächen und Fehler aufgedeckt werden; diese wollen wir als Lernchancen
nutzen.
Um die notwendigen Informationen zu gewinnen, sind folgende
Erhebungsverfahren einsetzbar:
- Durchführung von Bestandsaufnahmen zur Situation der
Schule,
- Sammlung von Sichtweisen und Meinungen der Schüler,
Eltern und Lehrer,
- Vergleich mit anderen Schulen.
Alle an der Schule Beteiligten sind aufgefordert, durch konkrete
Vorhaben und Arbeitsprogramme zur Erreichung der formulierten Ziele beizutragen.
Zur Koordination der Aufgaben und Maßnahmen setzt die Schulkonferenz eine
Lenkungsgruppe ein. Sie unterbreitet Vorschläge zur Fortschreibung des
Schulprogramms.
Beschlossen von der Schulkonferenz am 27.06.2002.

