Französisch oder Latein als 2. Fremdsprache?

Hinweis:
1. Kann die andere Fremdsprache später noch in der Schule erlernt werden?
2. Welche Sprache ist leichter, welche schwieriger?
3. Soll man die Sprache wählen, in der die Eltern ihrem Kind am meisten helfen können?
4. Soll man bei der Sprachenwahl auf die Erhaltung bestehender Freundschaften Rücksicht nehmen?
5. Welche Hilfe gibt die Schule bei dieser Entscheidung?
6. Unterrichtliche Methoden in den beiden Fremdsprachen [LATEIN / FRANZÖSISCH]
7. Welche Rolle spielt die Legasthenie beim Erlernen von Fremdsprachen?
8. Zusammenfassung der für die Wahl entscheidenden Punkte
Anhang: L A T I N U M
Weitere Informationen zu Französisch

Diese Frage stellen sich alljährlich Eltern, Schülerinnen und Schüler* der Gymnasien, wenn zum Ende des sechsten Schuljahres die Wahl der zweiten Fremdsprache ansteht.

Was diese Wahl bedeutet, liegt auf der Hand: Erwartet doch den Schüler ein neues Hauptfach, das mindestens für die nächsten vier Jahre nicht nur einen erheblichen Teil an Zeit und Kraft beansprucht, sondern auch Schulerfolg und Schulfreude wesentlich mitbestimmen kann.

Das macht die Wahl gewiß nicht leicht, und sie wird auch nicht dadurch leichter, dass man allgemein etwa nach dem Nutzen des Lateinischen oder des Französischen im späteren Leben fragt: Allgemein gesehen nämlich lassen sich für das Erlernen der französischen bzw. lateinischen Sprache gleichgewichtige Argumente anführen. Diese unterscheiden sich zwar in ihren Inhalten; von ihrem Gewicht her aber ist es nicht möglich, der einen gegenüber der anderen Fremdsprache einen grundsätzlichen Vorzug einzuräumen.

Welche Argumente bei der Wahl den Ausschlag geben, hängt letztlich von den ganz persönlichen Neigungen und Begabungsrichtungen des einzelnen Schülers ab. Es wäre also ein Missverständnis zu meinen, das Folgende könne so etwas wie ein "Patentrezept" liefern. Vielmehr werden in jedem Einzelfall die Eltern zusammen mit ihren Kindern eine individuelle Lösung finden müssen.

Die nachfolgenden Informationen können dem Elternhaus und dem Schüler die Entscheidung über die Wahl der zweiten Fremdsprache nicht abnehmen; sie sollen aber bei dieser Entscheidung behilflich sein, indem sie Argumente nennen, die allgemein für das Erlernen des Französischen bzw. des Lateinischen sprechen.

1. Kann die andere Fremdsprache später noch in der Schule erlernt werden? zzzzzzzzzzzzurück

Grundsätzlich besteht die Möglichkeit, Französisch und Latein zu Beginn der Klassenstufe 9 bzw. zu Beginn der Oberstufe des Gymnasiums erneut zu wählen.

Da die Einrichtung von Kursen in Französisch oder Latein als neubeginnender Fremdsprache in der Oberstufe des Gymnasiums nur noch an einzelnen Schulen möglich sein wird, empfiehlt es sich, die dritte Fremdsprache bereits in der 9. Klassenstufe zu wählen.

In jedem Fall hängt das Zustandekommen solcher später beginnenden Kurse davon ab, ob dieses Angebot von einer ausreichenden Anzahl von Schülern wahrgenommen wird.

* Im folgenden Text wird bei allen Personenbezeichnungen wegen der besseren Lesbarkeit nur die männliche Form benutzt.
 
 
 
 

Die nachfolgende Übersicht zeigt die jetzt gültige Sprachenfolge am SOPHIE-SCHOLL-GYMNASIUM mit Englisch als erster Fremdsprache.

* Klassenstufe 5 Englisch

* Klassenstufe 7 Französisch oder Latein

* Klassenstufe 9 Latein bzw. Französisch (wahlfrei)
 
 
 
 

2. Welche Sprache ist leichter, welche schwieriger? wwwwwwwwwwzurück

Keine von beiden ist leichter oder schwieriger als die andere. Schwierigkeiten enthalten beide Sprachen - das gilt sowohl für die jeweilige Sprache selbst (ihren inneren Aufbau z.B.) als auch für ihr Erlernen.

- Im Unterricht beider Sprachen müssen die Schüler viel lernen. Um die jeweiligen Anforderungen erfüllen zu können, ist ständiges und konzentriertes Üben notwendig.

- In beiden Sprachen begegnen die Schüler einer Grammatik, die stark von der des Deutschen abweicht.

- Beide Sprachen fordern vom Schüler ein hohes Maß an sprachlichem "Umdenken".

Beide Sprachen vermitteln jeweils Einblicke in eine neue geistige Welt:

Das macht einen erheblichen Teil des Reizes aus, der mit dem Sprachenlernen verbunden ist, und entschädigt den Schüler für manche Mühe.
 
 

3. Soll man die Sprache wählen, in der die Eltern ihrem Kind am meisten helfen können?bbbbbbbbzurück

Diese Absicht ist sicher gut gemeint, sollte aber eine untergeordnete Rolle spielen.

Der wichtigste Ort des Lernens ist die Schule.

Allzu intensive Eingriffe in den vom Lehrer gesteuerten Lernprozess können den Schüler auf die Dauer eher unsicher und unselbständig machen.

!! Stattdessen sollten bei der Wahl NEIGUNG und BEGABUNG des Kindes stets den Ausschlag geben. !!
 
 

4. Soll man bei der Sprachenwahl auf die Erhaltung bestehender Freundschaften Rücksicht nehmen? zurück

Bei der unvermeidlichen Neuzusammensetzung der 7. Klassen ist es verständlich, wenn sich viele Schüler in ihrer Sprachenwahl nach Freundschaften richten. Es sollte jedoch auch berücksichtigt werden, dass freundschaftliche Bindungen in den folgenden Jahren häufig wechseln. Außerdem stellt eine veränderte Klassengemeinschaft eine Chance für neue Bindungen dar. Die Fähigkeit der Anpassung an neue Mitschüler wird auch im Kurssystem der Oberstufe eine Rolle spielen; sie sollte rechtzeitig entwickelt werden.

Es liegt also nahe, die Entscheidung über die Wahl der zweiten Fremdsprache nicht von der Rücksicht auf bestehende Freundschaften abhängig zu machen.
 
 

5. Welche Hilfe gibt die Schule bei dieser Entscheidung?gfdgredtgrtzurück

Auf keinen Fall sollte man versäumen, sich vertrauensvoll an die Lehrer der Klasse zu wenden.

Der Klassenleiter, aber auch die Fachlehrer, vor allem in Englisch und Deutsch, sind gerne bereit, über Lernverhalten und Begabungsrichtung eines Schülers im Rahmen bisheriger Erfahrungen und Beobachtungen Auskunft zu erteilen.
 
 

6. Unterrichtliche Methoden in den beiden Fremdsprachenrwtzrzrhfgzzurück

Jedes der beiden Fächer stellt geistige Ansprüche an den Schüler. Bei den in der Folge genannten besonderen Fähigkeiten handelt es sich um relativ hervorstechende Eigenschaften als Voraussetzungen für das Erlernen der jeweiligen Sprache.

L A T E I Nfghtfhfghzurück

Latein beschäftigt sich in erster Linie mit der Übersetzung von lateinischen Texten ins Deutsche.

Die Inhalte der übersetzten Texte und deren Problematisierung im Unterricht liefern Einsichten in Grundfragen menschlichen Lebens (Sprache und Kommunikation; Familie; Staat; Gesellschaft; Politik; Kultur; Recht; Mythologie...)

Folgende Fähigkeiten haben besonderes Gewicht:

Die Schüler sollten in der Lage sein,

- durch genaues Beobachten die Regelmäßigkeiten und Strukturen (grammatische Regeln) in vorgegebenen Texten zu erkennen.

- im Textzusammenhang Begriffe genau zu unterscheiden, auch wenn diese formal gleich sind: z.B. gibt es für "portae" formal drei richtige Lösungen (Genitiv/Dativ Singular und Nominativ Plural), im Textzusammenhang aber meist nur eine.

- eine Sache auch um ihrer selbst willen und aus eigenem Antrieb zu erledigen. Äußere Impulse (z.B. Einsatz unterschiedlicher Medien) sind noch nicht in dem Maße möglich wie in modernen Fremdsprachen.

Die Vertiefung in Texte der lateinischen Literatur fordert und fördert Konzentration, Durchhaltewillen und Reflexionsfähigkeit.
 
 

F R A N Z Ö S I S C H fghftzuhteutzzurück

Der Französischunterricht bildet das Sprechen, das Hörverstehen, das Lesen und das Schreiben in der Fremdsprache aus, die, wo immer möglich, auch als Unterrichtssprache genutzt wird. Den Schülern sind die entsprechenden methodischen Verfahren aus dem Unterricht der 1. Fremdsprache Englisch vertraut, so dass darauf aufgebaut werden kann.

Die Bereitschaft zur Imitation, die Freude am Spiel, Neugierverhalten und der Wille, sich selbst aktiv sprachlich im Unterricht zu beteiligen, sind ebenso gefordert wie die Notwendigkeit zur

Konzentration und zur genauen und intensiven Beschäftigung mit sprachlichen Erscheinungen der Fremdsprache.

Folgende Fähigkeiten haben beim Erlernen des Französischen besonderes Gewicht:

Die Schüler sollten in der Lage sein,

- gehörte Laute zu unterscheiden, Lautabfolgen im Gedächtnis zu behalten und sie wiederzugeben (Die neuartige Aussprache verlangt eine gewisse Beherrschung der Sprechwerkzeuge.),

- das Klangbild einer Sprache aufzunehmen und wiederzugeben (Dazu ist im begrenzten Maße ein Gefühl für den Rhythmus einer Sprache notwendig.),

- das Klangbild in Schrift und das Schriftbild in die richtigen Laute umzusetzen,

- den von ihnen erlernten Schatz an Wörtern und Strukturen anzuwenden, indem sie sich zu bestimmten vorgegebenen Situationen eigenständig und zusammenhängend mündlich und schriftlich äußern (Dabei spielen Eigenschaften wie Unbefangenheit, natürliche Redegewandtheit, Einfallsreichtum und Aufgeschlossenheit eine nicht unwichtige Rolle.).

Aus dem Erlernten können sie unmittelbar praktischen Nutzen ziehen, da sie sich direkt mit unseren französisch sprechenden Nachbarn verständigen können (als Touristen, beim

Schüleraustausch, in Jugendbegegnungen u.ä.) und durch den Unterricht unsere Nachbarn besser verstehen in Bezug auf Kultur, Geschichte und Politik.
 

7. Welche Rolle spielt die Legasthenie beim Erlernen von Fremdsprachen?uzutrtjffzurück

1. Letztendlich klärende wissenschaftliche Erkenntnisse liegen nicht vor. Beobachtungen und Erfahrungen liefern keine eindeutigen Entscheidungshilfen. Probleme beim Erlernen von Fremdsprachen, welcher auch immer, sind nicht zwangsläufig durch Legasthenie bedingt.

2. Zum Zeitpunkt der Wahl der 2. Fremdsprache liegen zwei Jahre individueller Erfahrung mit der Fremdsprache Englisch vor.

3. Das Lernen der modernen Fremdsprachen basiert auf den Komponenten HÖREN,

SPRECHEN, LESEN, SCHREIBEN .

Im Lateinischen muß der Legastheniker besonders das genaue LESEN und das ÜBERSETZEN, zunehmend auch das HÖREN und (Auswendig-)SPRECHEN bewältigen.

Im Französischen hat der Legastheniker das SCHREIBEN, in zweiter Linie auch das LESEN und SPRECHEN besonders zu beachten.
 
 
 
 
 
 

8. Zusammenfassung der für die Wahl entscheidenden Punkte ztjdezzurück
 
L A T E I N
F R A N Z Ö S I S C H
   
Kinder, die mehr Freude an genauem

Beobachten haben

Kinder, die mehr Freude an eigener

Äußerung haben

   
Kinder, die stärker zu Ordnung und 

präzisem Denken neigen

Kinder, die zu größerer sprachlicher

Beweglichkeit und Spontaneität neigen

   
Kinder, die über Kombinationsgabe verfügen, dadurch die Textsituation erfassen und treffsicher wiedergeben Kinder, die in der Lage sind, aus gegebenen Einzelelementen einen Text selbst zu gestalten

 

Anhang: rgrtzzzzzzzzzurück

L A T I N U M

Der "aufsteigende" Pflichtunterricht muß mindestens umfassen:

Für das Große Latinum: - Lateinunterricht von Quarta bis Untersekunda

und Fortsetzung in der Oberstufe bis einschließlich 13. Jahrgang

oder

- Lateinunterricht von Obertertia bis zur 11. Klasse und Fortsetzung ab 12. Jahrgang als Leistungsfach

Für das Latinum: - Lateinunterricht von Quarta bis Untersekunda und Fortsetzung in mindestens 3-stündigem Unterricht der 11. Klasse

oder

- Lateinunterricht von Obertertia bis Untersekunda und Fortsetzung in der Oberstufe bis einschließlich 12. Jahrgang

Für das Kleine Latinum: - Lateinunterricht von Quarta bis Untersekunda

oder

- Lateinunterricht von Obertertia bis Untersekunda und Fortsetzung in der 11. Klasse

Die erfolgreiche Teilnahme ist jeweils dann nachgewiesen, wenn in dem für den Nachweis gültigen Zeugnis mindestens die Note "ausreichend" (5 Punkte) erreicht worden ist.
 

Weitere Informationen zu Französisch als Fremdsprache unter:
hhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhwww.s.shuttle.de
hhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhhwww.goethe.de
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